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Rechtsanwälte Germersheim / Pfalz Dr. Plewa Dr. Schliecker - Pferderecht, Verkehrsrecht
DEFAULT : Haftung des Reitlehrers
16.12.2015 13:03 (1543 x gelesen)

Haftung des Reitlehrers

Will der Reitschüler, der im Unterricht vom Pferd gefallen ist, Ansprü-che gegenüber dem Reitlehrer geltend machen, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt sein. Hat sich lediglich das mit dem Reiten oh-nehin verbundene Risiko verwirklicht, haftet der Reitlehrer nicht.



Ein Beispielsfall

Eine 5-jährige Klägerin, vertreten durch ihre Eltern, hatte Klage erho-ben. Über die Schadensersatzforderung hat das Oberlandesgericht Hamm (OLG) in 2. Instanz entschieden.

Die Klägerin war von einem Pony während einer Unterrichtsstunde heruntergefallen, die von einer 20-jährigen Aushilfskraft abgehalten wurde. Das Pony war ausgestattet mit einer Decke und einem Halte-griff, es wurde an einer 1-2 Meter langen Leine im Kreis geführt. Die Klägerin hat auf dem Pony gesessen und sollte auf Kommando frei sitzend kurz in die Hände klatschen. Dabei verlor sie das Gleichge-wicht, rutschte vom Pony und zog sich Verletzungen zu. Mit der Klage verlangte sie Schadensersatz und Schmerzensgeld.


Die Tierhalterhaftung

Der Beklagte war Halter des für den Kinderunterricht eingesetzten Po-nys. Er hätte also grundsätzlich als Tierhalter gem. § 333 BGB zu haf-ten. Dafür wäre aber Voraussetzung gewesen, dass sich die von dem Pony ausgehende Tiergefahr verwirklicht hätte. Das war nicht der Fall. Das Pony hatte sich völlig unauffällig benommen, insbesondere nicht gebuckelt, nicht durchgegangen oder unbeabsichtigt angetrabt.


Sonstige Pflichtverletzungen

In der Klagebegründung war beanstandet worden, dass eine Aushilfs-kraft für die Erteilung des Unterrichts eingesetzt war. Das reichte dem OLG für eine Haftung des Reitschulinhabers nicht. Nach den Feststel-lungen des OLG war die Aushilfe nach Alter und Vorerfahrungen aus-reichend geeignet, Reitunterricht zu erteilen. Ohnehin hatte ja die Qua-lifikation der „Reitlehrerin“ auf den Unfallhergang letztlich gar keinen Einfluss. Eine fehlende Kompetenz wäre also gar nicht ursächlich ge-worden für den Sturz und dessen Folgen.

Ursächlich stellte sich dann auch die Frage, ob die geforderte Übung eine Überforderung der Klägerin dargestellte hätte. Das wurde vom OLG verneint. In der Reitstunde hatten andere Kinder die Gleichge-wichtsübung bereits erfolgreich durchgeführt. Außerdem hatte auch die Klägerin einen recht sicheren Eindruck auf dem Pferd gemacht, war bereits im Trapp und Galopp geritten. Die Aushilfskraft habe daher nicht damit rechnen müssen, dass die Klägerin bei der Gleichge-wichtsübung am Ende der Stunde vom Pony rutscht.


Ergebnis

In beiden Instanzen hatte die Klage der 5-jährigen Reitschülerin keinen Erfolg. Letztlich hatte sich ein Risiko verwirklicht, dass mit dem Reiten verbunden ist. Auch bei Beachtung aller gebotenen Sorgfalt durch den Reitlehrer kann letztlich nicht vermieden werden, dass ein Reitschüler das Gleichgewicht verliert und vom Pferd fällt.

Dr. Plewa / Dr. Schliecker
Fachanwälte


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