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Rechtsanwälte Germersheim / Pfalz Dr. Plewa Dr. Schliecker - Pferderecht, Verkehrsrecht
DEFAULT : Bedauerliches Missgeschick- Der vertauschte Sattel
23.05.2016 10:55 (998 x gelesen)

Bedauerliches Missgeschick - Der vertauschte Sattel -  

Gelegentlich bieten Rechtsstreitigkeiten auch Kurioses. Beispielhaft beleuchtet dieser  Beitrag einen Fall, in dem es um den Verkauf eines fremden Sattels ging.



Der Sachverhalt

Klägerin und Beklagte eines Rechtsstreites waren beide Einsteller in demselben Pferdepensionsstall. Die Klägerin hatte einen Springsattel für 1.900,00 EUR erworben und den lediglich zweimal ausprobiert, aber noch nicht genutzt.

 

Die Beklagte hat ihr Pferd verkauft. Von der Käuferin war sie gebeten worden, den zu dem Pferd gehörenden Sattel mitnehmen zu dürfen. Die Beklagte ging an einen der Schränke in der Sattelkammer. Sie übergab der Käuferin des Pferdes einen mit einer Schutzhülle bedeckten Sattel, von dem die Beklagte davon ausging, dass sei der zu dem Pferd gehörende, eigene Sattel gewesen. In der Folgezeit hatte die Käuferin den Sattel von einem Sattler anpassen, also verändern lassen, weil er nicht zufriedenstellend auf das gekaufte Pferd passte. Zwischenzeitlich hatte die Klägerin bemerkt, dass die Beklagte versehentlich ihren - neuwertigen - Sattel weggegeben hatte. Sie verlangte von der Beklagten die Bezahlung des Sattels.


Die Rechtslage

Die Beklagte verweigerte im Prozess die Zahlung. Sie meinte, die Klägerin müsse den - inzwischen umgeänderten - Sattel zurücknehmen. Tatsächlich war das Amtsgericht der Auffassung, dass mit der Übergabe des fremden Sattels die Käuferin des Pferdes noch nicht Eigentümerin geworden sei. Die Klägerin hat deswegen rückwirkend die Veräußerung ihres Sattels genehmigt.

 

Danach ging das Gericht davon aus, dass der Klägerin ein Schadensersatzanspruch zustehe. Die Beklagte habe nämlich zumindest fahrlässig das Eigentumsrecht der Klägerin verletzt. Sie habe einen Sattel herausgegeben, der mit einer Schutzhülle überzogen war. Sie habe deswegen nicht sicher sein können, ob es sich auch tatsächlich um ihren eigenen Sattel handelte. Es wäre ihr problemlos möglich gewesen, durch Entfernen der Schutzhülle festzustellen, dass sie einen neuen, ihr selbst gar nicht gehörenden Sattel herausgab.


Das Berufungsverfahren

In zweiter Instanz hat das Landgericht Nürnberg-Fürth das amtsgerichtliche Urteil bestätigt. Insbesondere maß das Landgericht dem Umstand keine Bedeutung zu, dass der Sattel der Klägerin in dem Sattelschrank der Beklagten hing. Den Einstellern war nämlich nicht jeweils ein spezieller Sattelschrank zugewiesen worden. Letztlich hatte daher die Beklagte den gesamten Kaufpreis für den Sattel zu erstatten.


Fazit

Ein Versehen kann schnell Ärger verursachen gerade dann, wenn sich der Irrtum zum Nachteil eines Mit-Einstellers auswirkt. Wer den Stallfrieden wahren möchte, tut gut daran, bei der Benutzung, erst recht beim Verkauf von Ausrüstungsgegenständen höchste Sorgfalt walten zu lassen.

 

Dr. Plewa / Dr. Schliecker
Rechtsanwälte/Fachanwälte


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